Archive | Mai, 2012

Der Garten kommt in(s) Rollen

28 Mai

Jawohl Freunde, jetzt geht es so richtig los. Gestern Abend haben wir die Grundlage für das erste Element unseres zukünftigen Gartens gelegt: sechs angehende Kartoffeltürme.
Das besondere an unseren Türmen ist, dass diese aus alten, nicht mehr verwendeten Autoreifen aufgebaut werden. Ihr könnt ja mal selber den Versuch starten und bewusst in eurer Gegend nach alten, nicht korrekt entsorgten Autoreifen Ausschau halten – meist wird man erschreckend schnell fündig.
Wir haben gestern mit einem Bollerwagen und kräftigen Armen bewaffnet Autoreifen zu unserem Gartenstück gezogen, getragen und gerollt. Unsere Reifenquelle war dabei ein kleines Autoaltteillager am Südbahnhof. Wenn man nett fragt, hat man mal eben schnell 12 Autoreifen in der Hand.
Für unsere Türme haben wir sechs Reifen in Form eines geschlossenen Kreises auf einer kleinen betonierten Fläche angeordnet. Durch das so entstandene Loch in der Mitte der dunklen Reifen soll sich die Luft dort stärker erwärmen und das Kartoffelwachstum begünstigen. Die Erde für unser erstes Gartenelement war ebenso vor Ort vorhanden – auf alten Komposthaufen einer schon seit Jahren nicht mehr genutzten alten Schule. Dank einer Spende besaßen wir auch Kartoffeln. Jeder Reifen wurde mit ca. vier Kartoffeln bestückt. Füllmaterialien für einen Kartoffelturm sollten Kompost/Küchenabfälle, darauf eine dünne Schicht Erde und das Ganze mit Grasschnitt oder Stroh bedeckt sein.
Jetzt heißt es warten und hin und wieder bei längerer Trockenheit zur Gießkanne greifen. Wenn das Kartoffelkraut ca. 10cm aus dem Boden ragt, werden wir die zweite Reifenschicht aufbringen und das Ganze weiter mit organischem „Abfall“ und Erde befüllen. Jeder der Türme soll dann am Ende aus vier bis fünf Reifen bestehen. Im Herbst werden die Reifen einfach abgenommen und die vielen neuen Kartoffeln herausgenommen. Außerdem ist aus den organischen Abfällen dann schöner frischer Humus geworden, der an anderer Stelle weiterverwendet werden kann. Viele von uns sind aufgeregt, weil wir so wenig Erfahrung mit Gärtnern haben. Doch das soll sich ja jetzt ändern – und das ist ja gerade das Schöne an der ganzen Sache.

Durch Klicken aufs Bild wird dieses vergrößert.

Designprinzipien nach Bill Mollison

17 Mai

Nach Permakultur-Kriterien zu arbeiten bedeutet, dass die Systeme, die wir schaffen, so lang wie möglich bestehen und kaum Instandhaltungsmaßnahmen benötigen sollten. Diese Systeme sollten nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse erfüllen können, sondern ebenso die derer, die das System errichtet haben. Wir setzen verschiedene Formen von Energie ein, um Systeme zu errichten und wenn wir sie nachhaltig gestalten, sorgen wir dafür, dass sie mehr Energie bewahren als wir zu Anfang eingesetzt haben.

Deshalb spielt durchdachte Planung eine große Rolle. Bill Mollison hat für das Gelingen einer guten Planung folgende Kriterien für essentiell befunden:

  • Arbeite mit der Natur und nicht gegen die natürlichen Elemente, Kräfte, Prozesse usw. Das heißt, wir unterstützen natürliche Abläufe anstatt sie der Natur aufzuzwingen.
  • Schaffe vielfache sinnvolle Verbindungen zwischen einzelnen Elementen. Jedes Element sollte von mindestens drei anderen Elementen unterstützt werden und selbst mindestens drei andere Elemente unterstützen (=Vernetzung).
  • Nicht die Anzahl der Elemente macht die Vielfalt eines stabilen Systems aus, sondern die Anzahl der sinnvollen Verbindungen unter den Elementen.
  • Schaffe Randzonen. Randzonen vervielfältigen Elemente und Funktionen und erhöhen dadurch die Stabilität.
  • Mache die geringstmögliche Veränderung für den größtmöglichen Effekt.
  • Schaffe Kreisläufe statt Abflüsse. Jeder Kreislauf erhöht die Erträge.
  • Alles gärtnert oder hat einen Effekt auf die Umwelt.
  • Der Ertrag eines Systems ist theoretisch unbegrenzt. Die einzige Einschränkung liegt in der Information und Imagination des Planers.
  • Der Ertrag eines Systems ist die Summe aller überschüssigen Energie, die durch das Design gespeichert, konserviert oder wiederverwertet wird.
  • Nichtgenutzte Erträge=Verschmutzung, Müll. Nichterfüllte Bedürfnisse=Arbeit.
  • Das Problem ist die Lösung: alles arbeitet in beide Richtungen. Nur unsere Weise zu sehen ist dafür ausschlaggebend, ob wir einen Nutzen aus ihnen ziehen können. Das heisst, dass alles eine positive Ressource sein kann. Wir müssen nur herausfinden, wie wir sie als solche nutzen können.
  • Ordnung und Harmonie schaffen Energie für andere Elemente des Systems. Unordnung schafft Energieverbrauch ohne weiterführenden Nutzen und damit Verschmutzung. Geradlinigkeit, Uniformität, Sauberkeit sind Eigenschaften von durch Energiezufuhr erhaltener Unordnung in natürlichen Systemen.

Bill Mollison wurde 1928 in Tasmanien, Australien geboren und gilt mit David Holmgren als Vater der Permakultur. Wer mehr über sein Leben wissen möchte, kann sich zum Beispiel hier bilden.

Tine

Vertikales Gemüsebeet

15 Mai

Bei Youtube entdeckt:

Ideen fürs Gärtnern auf versiegelten Flächen in einer Regentonne. Schaut selbst:

 

Unsere erste Fläche

15 Mai

Wo sich Gutenbergstraße und Vettersstraße treffen, geht ein Fußweg weiter an einem Studentenwohnheim vorbei. Wendet man sich dort nach links, steht man genau vor unserem baldigen Garten. Dies wird die erste Fläche sein, die wir beackern werden. Für diesen Sommer ist die Anlage einer Kräuterspirale und eines Kartoffelturms in Planung. Im Herbst dann wollen wir den Boden vorbereiten für das Anpflanzen von Gemüse und Beeren. Dies tun wir mit Hilfe eines Schichtmulchsystems. Dieses bleibt über den Winter liegen, unterdrückt das darunter befindliche Gras und nach dem Winter werden wir eine dünne Humusschicht vorfinden – ganz ohne umzugraben und das Bodenleben zu stören. Es wird dadurch sogar aufgewertet.

Genaue Termine werden vorher auf der Seite Aktionen bekannt gegeben. Wer also helfen oder lernen möchte, wie Permakultur praktisch funktioniert, kann gern dort schauen, sich dann melden oder einfach mitmachen.

Hier ein Bild der Fläche im aktuellen Zustand:

Das ganzheitliche Konzept der Permakultur

14 Mai

Lebensräume so planen, dass das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen auf Dauer möglich ist; dass die ökologischen, ökonomischen und sozialen Bedürfnisse aller Systeme optimal berücksichtigt werden – das ist Hauptaufgabe der Permakultur-Gestaltung. Die vielfältigen Zusammenhänge, die weit über landwirtschaftliche Themen hinausgehen, sind anschaulich in David Holmgrens „Permakultur-Blume“ zusammen gefasst. Er unterteilte sieben Wissensgebiete:

  • Land und Natur
  • Umgebung
  • Werkzeuge und Technologien
  • Kultur und Bildung
  • Gesundheit
  • Wirtschaftlichkeit / Finanzen
  • Gemeinschaft

Was ist Permakultur?

13 Mai

Der Begriff Permakultur wurde in den späten 1970er Jahren von dem Australier Bill Mollison aus den Begriffen „permanent“ und „agriculture“ geprägt und meinte ursprünglich eine Form dauerhafter Landwirtschaft, die sich an natürlichen Prozessen orientiert und nach diesen arbeitet. In ihrem Buch Permaculture One (1978) skizzieren Bill Mollison und David Holmgren eine Vision, in der sich menschliche Lebensräume stabil und ökologisch verträglich gestalten lassen. Dabei werden verschiedene Analyse- und Gestaltungsmethoden mit ethischen Grundsätzen, ökologischem Wissen und einer ganzheitlichen Naturphilosophie verbunden, um sich selbst erhaltende Systeme zu schaffen. Mollison erhielt den alternativen Nobelpreis für seine Ideen, sie finden seitdem weltweit Anwendung und eine Bedeutungserweiterung in Richtung Gemeinschaftsbildung, Architektur, Firmenstrukturen und auf den eigenen Lebensweg.

In seinem Suchen nach universellen Prinzipien, die man dem eigenen Handeln zugrunde legen konnte, filterte Mollison drei grundlegende ethische Richtlinien:

  1. Sorge tragen für die Erde: Vorsorge dafür tragen, dass lebende Systeme weiterhin bestehen bleiben und sich vervielfältigen können.
  2. Sorge tragen für die Menschheit: Vorsorge tragen, dass die Menschen z.B. Zugang zu allen Ressourcen haben, die sie zum Leben benötigen.
  3. Faires Teilen / dem Verbrauch Grenzen setzen: Wenn wir unseren eigenen Bedürfnissen Grenzen setzen, können wir Ressourcen gewinnen, um die vorangegangenen Grundsätze zu unterstützen. Überschüsse teilen.

Tine

Wer wir sind

10 Mai

Wir sind zumeist Studenten der TU-Chemnitz und eine angehende Permakultur-Designerin, die -unterstützt durch die NATUC-Gruppe („Referat für Nachhaltigkeit und Ökologie der TU Chemnitz“) – die Uni Chemnitz nachhaltiger gestalten wollen. Unsere Gruppe wird in nächster Zeit beginnen, einen Permakultur-Garten auf den Wiesen um die Wohnheime der Vettersstr. anzulegen. Unsere Ideen, Ideale und Fotos siehe unter dem Reiter Mitglieder.

Tine