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Designprinzipien nach Bill Mollison

17 Mai

Nach Permakultur-Kriterien zu arbeiten bedeutet, dass die Systeme, die wir schaffen, so lang wie möglich bestehen und kaum Instandhaltungsmaßnahmen benötigen sollten. Diese Systeme sollten nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse erfüllen können, sondern ebenso die derer, die das System errichtet haben. Wir setzen verschiedene Formen von Energie ein, um Systeme zu errichten und wenn wir sie nachhaltig gestalten, sorgen wir dafür, dass sie mehr Energie bewahren als wir zu Anfang eingesetzt haben.

Deshalb spielt durchdachte Planung eine große Rolle. Bill Mollison hat für das Gelingen einer guten Planung folgende Kriterien für essentiell befunden:

  • Arbeite mit der Natur und nicht gegen die natürlichen Elemente, Kräfte, Prozesse usw. Das heißt, wir unterstützen natürliche Abläufe anstatt sie der Natur aufzuzwingen.
  • Schaffe vielfache sinnvolle Verbindungen zwischen einzelnen Elementen. Jedes Element sollte von mindestens drei anderen Elementen unterstützt werden und selbst mindestens drei andere Elemente unterstützen (=Vernetzung).
  • Nicht die Anzahl der Elemente macht die Vielfalt eines stabilen Systems aus, sondern die Anzahl der sinnvollen Verbindungen unter den Elementen.
  • Schaffe Randzonen. Randzonen vervielfältigen Elemente und Funktionen und erhöhen dadurch die Stabilität.
  • Mache die geringstmögliche Veränderung für den größtmöglichen Effekt.
  • Schaffe Kreisläufe statt Abflüsse. Jeder Kreislauf erhöht die Erträge.
  • Alles gärtnert oder hat einen Effekt auf die Umwelt.
  • Der Ertrag eines Systems ist theoretisch unbegrenzt. Die einzige Einschränkung liegt in der Information und Imagination des Planers.
  • Der Ertrag eines Systems ist die Summe aller überschüssigen Energie, die durch das Design gespeichert, konserviert oder wiederverwertet wird.
  • Nichtgenutzte Erträge=Verschmutzung, Müll. Nichterfüllte Bedürfnisse=Arbeit.
  • Das Problem ist die Lösung: alles arbeitet in beide Richtungen. Nur unsere Weise zu sehen ist dafür ausschlaggebend, ob wir einen Nutzen aus ihnen ziehen können. Das heisst, dass alles eine positive Ressource sein kann. Wir müssen nur herausfinden, wie wir sie als solche nutzen können.
  • Ordnung und Harmonie schaffen Energie für andere Elemente des Systems. Unordnung schafft Energieverbrauch ohne weiterführenden Nutzen und damit Verschmutzung. Geradlinigkeit, Uniformität, Sauberkeit sind Eigenschaften von durch Energiezufuhr erhaltener Unordnung in natürlichen Systemen.

Bill Mollison wurde 1928 in Tasmanien, Australien geboren und gilt mit David Holmgren als Vater der Permakultur. Wer mehr über sein Leben wissen möchte, kann sich zum Beispiel hier bilden.

Tine

Was ist Permakultur?

13 Mai

Der Begriff Permakultur wurde in den späten 1970er Jahren von dem Australier Bill Mollison aus den Begriffen „permanent“ und „agriculture“ geprägt und meinte ursprünglich eine Form dauerhafter Landwirtschaft, die sich an natürlichen Prozessen orientiert und nach diesen arbeitet. In ihrem Buch Permaculture One (1978) skizzieren Bill Mollison und David Holmgren eine Vision, in der sich menschliche Lebensräume stabil und ökologisch verträglich gestalten lassen. Dabei werden verschiedene Analyse- und Gestaltungsmethoden mit ethischen Grundsätzen, ökologischem Wissen und einer ganzheitlichen Naturphilosophie verbunden, um sich selbst erhaltende Systeme zu schaffen. Mollison erhielt den alternativen Nobelpreis für seine Ideen, sie finden seitdem weltweit Anwendung und eine Bedeutungserweiterung in Richtung Gemeinschaftsbildung, Architektur, Firmenstrukturen und auf den eigenen Lebensweg.

In seinem Suchen nach universellen Prinzipien, die man dem eigenen Handeln zugrunde legen konnte, filterte Mollison drei grundlegende ethische Richtlinien:

  1. Sorge tragen für die Erde: Vorsorge dafür tragen, dass lebende Systeme weiterhin bestehen bleiben und sich vervielfältigen können.
  2. Sorge tragen für die Menschheit: Vorsorge tragen, dass die Menschen z.B. Zugang zu allen Ressourcen haben, die sie zum Leben benötigen.
  3. Faires Teilen / dem Verbrauch Grenzen setzen: Wenn wir unseren eigenen Bedürfnissen Grenzen setzen, können wir Ressourcen gewinnen, um die vorangegangenen Grundsätze zu unterstützen. Überschüsse teilen.

Tine